Vom Aufwand, ein Teaser-Video zu erstellen

Besucher dieser Webseite mögen immens aufgeschreckt sein, als ihnen plötzlich ein Entwicklergesicht in den Bildschirm eingebrannt wurde. Sorry dafür.

Der Grund dafür ist einfach: Alleinstellungsmerkmal. Das Video führt zur Erinnerung: „Ach ja, das war der mit dem Gesicht“. Außerdem macht es das Ganze persönlicher.

Trotzdem soll so ein Video, auch wenn es nur sehr kurz ist, mindestens „nicht schlecht“ aussehen, im besten Fall sogar professionell. Aber gerade das ist schwierig, wenn man selbst betroffen ist.

Und wer jetzt denkt, man klebt sein Smartphone einfach mit Tesa an die Wand und legt los, der liegt falsch. Folgende Schritte sind involviert:

  • 4K-Kamera raussuchen.
  • Feststellen, dass 4K-Kamera nicht mehr angeht.
  • Nach Lösungen im Internet suchen, warum das so ist.
  • Feststellen, dass Kamera wohl kaputt ist.
  • Alte Videokamera rauskramen.
  • Feststellen, dass diese zwar mit 50fps aufnimmt, aber nur interlaced.
  • Alte Fotokamera finden, die gar nicht so schlecht ist.
  • Merken, dass das Stativ nicht da ist, wo es sein sollte.
  • Auf den Dachboden gehen, um festzustellen, dass das Stativ natürlich ganz hinten in der Ecke des Daches ist, blockiert von übergroßen alten Pappkartons mit Dingen, „die man ja nochmal brauchen kann“.
  • Kamera auf Stativ schrauben.
  • Feststellen, dass ein Stativbein kaputt ist und mit Klebeband fixieren.
  • Kamera einschalten, Bild einstellen und sich erinnern, dass man ja aufräumen sollte.
  • Verschieben aller Dinge auf dem Schreibtisch auf den Esstisch.
  • Feststellen, dass man generell mal Ordnung machen könnte.
  • Erste Testaufnahmen mit Deckenlicht durchführen.
  • Feststellen, dass das ganz schön reflektiert, wenn man keine Haare auf dem Kopf hat.
  • Alte Baulampen aus dem Keller kramen, weil man sein Equipment noch nicht auf LED umgestellt hat.
  • Die Szenerie beleuchten und feststellen, dass das irgendwie langweilig ist.
  • Wieder auf dem Dachboden: Alte IKEA-Tischlampe rauskramen und hinter den Monitor stellen (ja, da leuchtet was!).
  • Sich überlegen, was man jetzt anziehen soll.
  • Erste Testaufnahmen mit dunklem Hoodie.
  • Dann doch lieber heller Hoodie, weil man ist ja kein Bestattungsunternehmen.
  • 15 verschiedene Takes aufnehmen und hoffen, dass was Gutes dabei ist.
  • Filmmaterial sichten, sich für eins entscheiden und überlegen, wie man das denn jetzt nicht so peinlich aussehen lässt.
  • Unzählige Effekte in Adobe After Effects in unzähligen Layern hinzufügen, nur um zu akzeptieren, dass man halt einfach so aussieht und die Welt damit klarkommen muss.

Der ganze Spaß hat ca. 7 Stunden gedauert. Das positive Resultat: Der Tag endete damit, dass ich für 80 Euro Plastikboxen gekauft habe, um endlich mal die Kabelschublade aufzuräumen. Der Schreibtisch ist jetzt leer, aufgeräumt und bleibt auch so!

Spätestens bis nächste Woche.

Björn Falszewski
10. Februar 2020
Disclaimer
Alle meine Artikel entstehen mit bestem Wissen und Gewissen, sind aber nicht perfekt und sollten immer nur als Ausgangspunkt für deine eigenen Recherchen bilden.

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