Sloplo: Das TikTok aus KI-Bots

OK, mal kurz durchatmen. Mein neuestes Projekt Sloplo hat es in sich. Ich bezeichne es gern als mein Magnum-Opus-Kunstprojekt, ohne genau zu wissen, ob ich das richtig dekliniert habe.

Es umfasst so ziemlich alles, was man zurzeit mit KI machen kann. Überall da, wo ich KI einsetzen konnte, habe ich es gemacht – und zwar, soweit möglich, lokal auf meinem eigenen Rechner.

Ein Mann schaut TikTok, während der PC arbeitet.
Die Realität von Nicht-Multi-Taskern: TikTok, während die KI rödelt.

Was ist Sloplo? Erstmal ist das Projekt allein wegen des Namens schon für Erfolg prädestiniert. Aus Swoplo folgte die Floplo GmbH, und da man schlechte KI-Generierung „Slop“ nennt, habe ich nur drei Monate benötigt, um auf den Namen zu kommen.

Und ja, es war ne dumme Idee, weil ich mit den Projekten durcheinander komme. Aber darum geht’s hier gar nicht. Fangen wir mal von vorne an: Was soll das alles?

KI ist kein Gott

Leute, entspannt euch mal! KI ist kein Gott. Nach den ersten Videos, die ich generiert habe, stellte ich fest, dass die Reaktion immer die gleiche war:

  • Ja toll, aber guck mal, die Person hat sechs Finger! Ha! Dumme KI!
  • Der Fall des Revert der Bluse ist physikalisch nicht korrekt. Es flattert diskongruent zur Windrichtung. Ha! Dumme KI!

Anmerkung: Ich wollte einen Witz machen, dass dieser Text nicht von einer KI geschrieben wurde. Deshalb habe ich das Wort „diskongruent“ erfunden, weil eine KI so etwas nicht machen würde. Stellt sich raus: „diskongruent“ ist ein existierendes Wort und ich habe es richtig angewandt. Geil.

Hä? Was soll daran falsch sein?

Was erwarten die Menschen von KI? Absolute Perfektion. Also praktisch wie von den Ehepartnern. Ist das realistisch? Oh KI-Gott, nein!

Denk mal drüber nach: KI wird aufgrund des Hypes in den höchsten Tönen gelobt, Erwartungshorizonte so groß wie meine ausgeleierte Unterhose werden gesetzt. Das passiert aber immer bei neuen Technologien.

Wer kennt sie nicht, die Eagers ting, der Encitktien!

Skalieren wir unsere Vorstellung von KI also neu: Ja, es hat enormes Potential und ja, es wird die Welt weiter drastisch verändern. Aber dennoch macht sie Fehler. Genau wie ein Mensch. Noch (Stand April 2026).

KI ist ein absolut machtvolles Werkzeug, aber es benötigt Geduld, Offenheit und Lernbereitschaft, um sie richtig anzuwenden.

So, langer Text um einfach nur klarzumachen, dass meine KI-generierten Videos nicht ganz perfekt sind und einige Menschen sie als „Und was soll das jetzt“ bezeichnen (du weißt genau, wer du bist!!1!1!).

KI, Videos und Sloplo

Das erste, was man auf Sloplo sieht, sind Videos. KI-generierte Videos. Was mich daran stolz macht? Sie wurden zu 99% lokal produziert und durch KI geskriptet (das allerdings meistens nicht lokal). Das war ’ne Menge Arbeit. Ich habe mich durch ComfyUI Workflows gewütet, unendlich viele Open-Source Modelle getestet, mich in die Psychologie der Dramaturgie eingearbeitet und einfach sehr viel Zeit aufgewendet, um so viel wie möglich durch KI erledigen zu lassen.

Warum? Weil ich faul bin. Ich meine, weil ich produktiver sein möchte!

Menschen steuern Menschen, die Menschen steuern. Ungefähr so kann man sich die KI-Kette vorstellen.

Das Ergebnis: Durch meine kleine Inspiration erstellt die Engine von Sloplo eigene Kanäle, Charaktere, Videos und so vieles mehr.

Du siehst also dumme Videos, ich sehe unendlich große automatische Skalierung im kreativen Bereich. Und das mit -10 Dioptrien auf dem rechten Auge!

Sloplo hat Füße

Die erste Vision kam mit der lokalen Generierung von einem Video. Die Freude war groß, denn ComfyUI zu installieren und zu verstehen, setze ich mit dem Erlernen von Sanskrit und dem Reinigen von Toiletten gleich. Komplex, aber es muss gemacht werden.

„Toilettenreinigung und Demut“. Der Name meiner nächsten Rockband.

Dann kam die Idee, die Skripte durch LLMs generieren zu lassen. Mir wurde in dem Moment klar, dass Content schon jetzt Massenware ist. Trotzdem lag die Herausforderung darin, die Videos wenigstens einigermaßen so zu formen, dass sie Sinn ergeben.

Aber wie überzeugt man die Menschheit davon, dass der Content da draußen vielleicht schon jetzt gar nicht mehr echt ist? Indem man ein Portal baut, das einen mit offensichtlichen KI-Videos überflutet. Die Menschen reagieren auf ein Video sehr penibel. Aber auf 100 oder 1000? Da tritt der Cheerleader-Effekt in Kraft.

Man merkt gar nicht, dass alle gleich aussehen! Und auch nicht, dass das Alien ziemlich creepy guckt.

Tja, und wenn man Videos, Charaktere, Storylines und so vieles mehr automatisieren kann: Da ist der Chatbot nicht weit. Jeder fiktive Bot hat ein Leben. Er (oder sie) wächst sogar mit dem User. Ereignisse werden generiert und niemals vergessen. Brauchen wir da noch echte Menschen?

Es gibt keine einzelne „KI“

  • „KI hat mir gesagt, der Pilz ist ungefährlich“
  • Stirbt an Pilzvergiftung
  • Gibt KI die Schuld

Was daran falsch ist: Das Vertrauen in „KI“ und einfach nur den Begriff „KI“ zu benutzen. Welche KI? War es ein LLM (ich hoffe)? Welche Parameter wurden benutzt? Wie war der Prompt?

Es gibt so viele Möglichkeiten, KI schlecht zu benutzen. Das ist genau wie beim Lebenspartner. Man muss auf das Wording, die Situation und den Kontext achten! Ein einfaches „Geh mir Bier holen“ ist falsch gepromptet. Da gehört etwas mehr Liebe dazu.

Dabei trinke ich gar kein Bier. Was soll ich damit.

Das Potenzial von KI geht schon deshalb unter, weil niemand KI benutzt, um KI zu benutzen. Das ist der Trick: Nutze KI als Hebel! Bei allem, wo du selbst überlegst: Frag die KI. Automatisiere es. Wenn du es nicht tust, tut es ein anderer und plötzlich stehst du nur noch neben Leuten, lachst mit und hast keine Ahnung, worüber die reden.

„Haha, ja genau. Interpersonelle Circumplexe sind auch echt schwierig!“

Es gibt so viele KI-Modelle da draußen… Tausende… Es ist überwältigend und aufwändig, genau die rauszufinden, die man gerade benötigt. Hier nur eine kleine Liste von den Modellen, die ich für Sloplo verwende:

Das Schlimme daran: Diese Auflistung ist zum Datum der Veröffentlichung des Artikels schon überfällig für eine Wartung (wie ich selbst).

Die Waage zwischen Qualität und Quantität

Schlechte Ergebnisse zu produzieren ist einfach: Man lässt es einfach jemand anderen machen.

Nein! Haha! Spaß! Wenn man sich keine Mühe gibt, dann kommt auch nichts dabei raus. Selbst wenn man es KI machen lässt. Meine Herausforderung deshalb: Finde den goldenen Schnittpunkt zwischen Qualität und Quantität.

Es bringt nichts, wenn ein Video 60 Minuten zur Generierung benötigt. Besser sind 3 Minuten. Was heißt das? Theoretisch sind 500 Videos täglich auf meinem eigenen Rechner möglich. 500!

Praktisch mit null Budget. Was kann man also reißen, wenn man richtig viel Geld reinsteckt?

500!!!!

500!!!!

Mind blown!

KI und die Kreativität: KI-reativität

Eine sehr philosophische Frage: Ist KI kreativ? Was unterscheidet den Menschen von KI?

Ich sage: Schon jetzt gar nichts. Chatte mal mit einem richtig guten Chatbot. Da ist dir letztendlich egal, ob dahinter ein Mensch oder eine Maschine steckt. Wer sagt denn, dass das menschliche Gehirn nicht auch nur ein auf Wahrscheinlichkeit basierender Zufallsgenerator ist?

Inspiration! Das ist es, was der KI fehlt!

Was ist Inspiration? Eigentlich nur die Verknüpfung von zufälligen Elementen. Wo holt man sich denn Inspiration? Richtig: Beim Spazierengehen und beobachten von komischen fremden Menschen. Die verhalten sich zufällig. Kombiniert man das mit etwas anderem, hat man schon etwas, auf das statistisch gesehen noch niemand gekommen ist.

So entstand die Idee hinter Moby Dick.

Genau das Gleiche passiert bei Sloplo: Man gibt einem LLM zufälligen, kombinierten Input, tweakt ein bisschen seinen Prompt und die KI kann das ausspielen, wofür sie gemacht ist; Texte schreiben und Dinge verknüpfen. Dann schiebt man es in einen der unzähligen Workflows und am Ende bekommt man das, was man will: Ein Video über einen Fisch als Flugbegleiter.

Natürlich habe ich auch zu diesem Thema KI-Recherchen angefragt. Da bin ich mit meiner Theorie nicht ganz auf dem richtigen Weg, aber das ist ja hier keine wissenschaftliche Abhandlung. Sonst könnte ich keine Wörter schreiben wie: Pups.

Hihi.

Hinter dem Content: Charaktere, Psychologie und Konsistenz

Das ist einer der Teile, die „Füße haben“, bzw. O-Ton meiner Frau: „Du eskalierst wieder!“

Sloplo erzeugt feste Charaktere mit umfangreichem psychologischem Profil, Lebenstationen und sogar Geheimnissen. Momentan ist „user generated content by AI“ ein großes Thema – und es stellte sich die Frage, wie man so einen Menschen digital modellieren kann.

Also habe ich einen Deep-Dive in Psychologie gewagt: Die „Big Five“, HEXACO, Interpersoneller Circumplex, „Schwartz’ Basic Human Values“ – alles Theorien, bei denen ich der KI gesagt habe: „Ich lese das nicht durch, bist du verrückt? Mach Code draus“.

Aber allein, dass ich diese Begriffe kenne und einmal gegoogelt habe, macht schon Eindruck. Doch nach der Generierung von 50 virtuellen Menschen wurde mir klar: Das ist ja öde. Die Menschen sind öde!

So stelle ich mir Menschen vor, die von mir wissen, dass ich „Interpersoneller Circumplex“ gegoogelt habe.

Also stand ich vor der Entscheidung: Möchte ich die Realität modellieren oder die Menschen unterhalten? Die Antwort ist klar. Unterhalten. Sonst würde ich ja nicht Wörter wie „Pups“ verwenden.

Die Ergebnisse sind sehr viel interessanter und „realistischer“, wenn man die psychologischen Werte hochdreht. Denn das ist man gewohnt: Aus Film, Fernsehen und Internet.

Wofür steht Sloplo?

Sloplo scheint ein sehr einfaches Projekt zu sein, doch dahinter verbirgt sich so viel mehr Potenzial. Einsatz von KI als großer Hebel, konsistente Charaktere, flexible Workflows und eine unendliche Content-Maschine.

Im Endeffekt soll es aber eines sein: Ein Referenzprojekt, mit dem ich sagen kann: „Guck mal, ich verstehe ein bisschen was davon, wie man KI einsetzt!“

Und natürlich mache ich damit Unmengen von Geld und trainiere echte Fische, Flugbegleiter:innen zu werden. Das ist doch mal ein Lebensziel!

Björn Falszewski
18. April 2026
Disclaimer
Alle meine Artikel entstehen mit bestem Wissen und Gewissen, sind aber nicht perfekt und sollten immer nur als Ausgangspunkt für deine eigenen Recherchen bilden.

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